Metaxa ist kein Weinbrand. Das überrascht die meisten Gäste, denn im Regal steht er neben Cognac und Brandy, und im Glas sieht er aus wie beides. Trotzdem gehört er in eine eigene Kategorie, und dafür gibt es einen guten Grund.
Was tatsächlich drin ist
Ein Weinbrand besteht aus destilliertem Wein, sonst nichts. Metaxa besteht aus drei Bestandteilen: gereiften Weindestillaten, Muskatweinen von Samos und Limnos sowie einer Mischung aus Kräutern und Rosenblättern. Diese Zugabe macht ihn süßer und runder als Cognac, und sie ist der Grund, warum er offiziell nicht Brandy heißen darf.
Erfunden hat ihn Spyros Metaxas, ein Seidenhändler aus Piräus, der 1888 anfing, Destillate zu verschneiden. Die Rezeptur wird bis heute nicht veröffentlicht.
Was die Sterne bedeuten
Die Sterne auf dem Etikett stehen für das Alter der jüngsten verwendeten Destillate. Fünf Sterne heißt: mindestens fünf Jahre im Fass.
- Fünf Sterne ist der Alltagsklassiker, kräftig und leicht süß.
- Sieben Sterne wird weicher, mit mehr getrockneten Früchten.
- Zwölf Sterne geht in Richtung Vanille und Honig und wird pur getrunken.
Wie man ihn trinkt
In Griechenland selten pur aus dem Schwenker. Üblich sind zwei Wege: auf Eis, was die Süße zurücknimmt, oder als Metaxa Sour mit Zitrone. Im Winter trinken viele ihn mit heißem Wasser und einer Zitronenscheibe, ähnlich wie einen Grog.
Wer die Zwölf-Sterne-Variante auf Eis kippt, verschenkt sie. Die trinkt man bei Zimmertemperatur und langsam.
Metaxa in der Küche
Interessanter als im Glas ist Metaxa oft in der Pfanne. Die Metaxasauce, die du auf fast jeder griechischen Karte in Deutschland findest, ist eine Sahnesauce, die mit Metaxa abgelöscht wird. Der Alkohol verkocht, zurück bleiben die süßen und würzigen Noten, die zu Schweinemedaillons, Giros und Nudeln passen.
Bei uns steht sie in mehreren Varianten auf der Karte, unter anderem zu Schweinemedaillons, zu Giros und zu Kritharaki, den griechischen Reisnudeln. Flambierter Metaxa gehört ebenfalls dazu, allerdings am Tisch und nicht in der Küche.
Der letzte Gang
Wenn bei uns nach dem Essen ein kleines Glas auf den Tisch kommt, ist das keine Werbeaktion. Es ist Gewohnheit. In griechischen Häusern gehört der Abschluss zum Essen dazu, genauso wie das Brot am Anfang. Ob Ouzo, Metaxa oder Roter Ouzo aus eigener Herstellung, entscheidest du.
Und was ist dann Ouzo?
Der zweite Klassiker am Ende des Abends ist etwas völlig anderes. Ouzo ist ein Anisdestillat, klar, trocken und deutlich weniger süß. Sobald Wasser oder Eis dazukommt, wird er milchig weiß. Dieser Effekt heißt Ouzo-Trübung und entsteht, weil sich die ätherischen Öle des Anis in Wasser nicht mehr lösen.
In Griechenland wird Ouzo selten nach dem Essen getrunken, sondern währenddessen, zu Meze und salzigen Vorspeisen. Metaxa dagegen kommt am Schluss. Wer beides an einem Abend probieren möchte, hält diese Reihenfolge ein, sonst schmeckt der Ouzo nach nichts mehr.
Die Auswahl findest du in der Speisekarte. Restaurant Sparta, Hindenburgstraße 14a, 28717 Bremen-Lesum. Montag ab 16 Uhr, Dienstag Ruhetag, Mittwoch bis Sonntag ab 12 Uhr. Tisch reservieren oder 0421 637311.





