Griechischer Wein hat einen Ruf, der dreißig Jahre alt ist. Wer ihn nur als Retsina im Krug kennt, hat viel verpasst. In dieser Zeit ist in Griechenland eine Weinszene entstanden, die international mithält, und das mit Rebsorten, die es sonst nirgends gibt.
Vier Rebsorten, die Sie sich merken sollten
Assyrtiko wächst auf Santorin in vulkanischer Asche, oft auf Reben, die zu Körben geflochten am Boden liegen, damit der Wind sie nicht zerreißt. Der Wein daraus ist knochentrocken, mineralisch und hat eine Säure, die selbst zu Knoblauch und Olivenöl standhält. Wenn Sie nur einen griechischen Weißwein probieren, dann diesen.
Malagousia war in den 1970er Jahren fast verschwunden und wurde von einem einzigen Winzer gerettet. Heute ist sie die aromatischste weiße Sorte des Landes: Pfirsich, Aprikose, weiße Blüten, dabei trotzdem trocken.
Agiorgitiko aus Nemea auf der Peloponnes ergibt weiche Rotweine mit dunklen Kirschen und wenig Gerbstoff. Der ideale Einstieg für alle, die schwere Rotweine sonst meiden.
Xinomavro aus Naoussa in Nordgriechenland ist das Gegenteil: streng, tanninreich, mit Tomate und getrockneten Kräutern in der Nase. Kenner vergleichen ihn gern mit Nebbiolo aus dem Piemont.
Was zu welchem Gericht passt
- Zu Vorspeisen mit Zitrone, Joghurt und Knoblauch: Assyrtiko. Die Säure räumt auf.
- Zu gegrilltem Fisch und Calamares: Malagousia oder ein trockener Rosé.
- Zu Souvlaki und Bifteki: Agiorgitiko, gekühlt auf etwa 16 Grad.
- Zu Lamm mit Kräutern und langem Schmoren: Xinomavro.
- Zu Feta und salzigem Käse: alles, was Säure hat, niemals ein weicher Rotwein.
Retsina ist besser als sein Ruf, aber nicht immer
Das Harz im Retsina ist ein Überbleibsel aus der Antike, als Amphoren damit abgedichtet wurden. Der Geschmack blieb, auch als die Technik längst überflüssig war. Billiger Retsina schmeckt nach Kiefer und Kopfschmerz. Guter Retsina, sparsam harzt und aus ordentlichen Trauben gemacht, ist ein eigenständiger Wein, der zu gebratenem Käse und öligen Vorspeisen hervorragend passt.
Probieren Sie ihn gut gekühlt und nicht zum Hauptgang, sondern zum Anfang des Abends.
Und die süßen
Mavrodaphne aus Patras und Muskat von der Insel Samos sind die beiden großen Süßweine des Landes. Beide passen nach dem Essen, Mavrodaphne zu Schokolade, Samos zu Obst und Nüssen. Ein kleines Glas reicht, das sind keine Weine für den ganzen Abend.
Was bei uns im Glas ist
Unsere Weinkarte ist bewusst griechisch aufgebaut. Sie finden dort unter anderem Assyrtiko und Chardonnay von Château Julia, Malagousia von Domaine Costa Lazaridi, Amethystos in Rot und Weiß, Agiorgitiko, Naoussa aus Xinomavro sowie Retsina, Samos und Mavrodaphne. Vieles davon gibt es auch glasweise, damit Sie sich durchprobieren können, ohne gleich eine Flasche zu bestellen.
Die vollständige Weinkarte können Sie vorab ansehen. Wenn Sie unsicher sind, fragen Sie uns am Tisch, wir stellen Ihnen gern etwas zusammen, das zu Ihrem Essen passt.
Restaurant Sparta, Hindenburgstraße 14a, 28717 Bremen-Lesum. Montag ab 16 Uhr, Dienstag Ruhetag, Mittwoch bis Sonntag ab 12 Uhr. Tisch reservieren oder 0421 637311.





